Sonntag, 15. Juli 2012

Und heute singt für Sie...

Jonathan Currie

 ist ein begabter Musiker und ein sehr guter Freund von mir. Durch Zufall lernten wir uns auf einer x-beliebigen Party kennen, konnten uns allerdings nicht mehr richtig aneinander erinnern. Wenige Wochen später trafen wir uns in einem Restaurant und erzählten was das Zeug hielt. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass Jonathan unglaublich schöne Musik macht. Er kommt aus Schottland, ist großer Kassidy-Fan und ist wirklich begabt, was das Gitarrespielen betrifft. Bei einigen Partys, die ich bei mir Zuhause schmiss, nahm er die Gitarre in die Hand und ließ uns seine sanfte Stimme genießen. 
Ich fand es sehr komisch, dass man in so einem Kaff Menschen trifft, die nicht Deutsch sprechen. Ich konnte kaum verstehen, wie man mit so viel "knowledge" hier her kommen kann, noch dazu, wenn man so "gifted" ist. 
Man kann sich den Herren bei Facebook anhören, und dahinschmelzen. In Schottland machte Jonathan sein Physikstudium und arbeitet nun hier. Eigentlich würde er lieber mit Musik sein Geld verdienen, aber leider ist die in unserer Welt eine brotlose Kunst. Trotzdem verwirklicht er seine Leidenschaft. 


Am Wochenende gab es ein besonderes Fest: Das Brückenfest. Viele MigrantInnen und AsylbewerberInnen trafen sich und es gab Musik, Disskussionsrunden, Malworkshops, Filme, und und und! Für diese Region eine wahre Rarität! Jonathan war einer der tollen Musiker. Ein Lied sang er zusammen mit meiner allerliebsten Jasmin! Das Publikum war begeistert. Das Ganze wurde auch aufgenommen und wird bald im lokalen Fernsehen ausgestrahlt werden! 
Abends sind wir dann noch was trinken gegangen um den Erfolg zu feiern. Ein gelungenes Wochenende!

Mittwoch, 4. Juli 2012

Übung am Klavier

Der Sommer summt. Der Nachmittag macht müde;
sie atmete verwirrt ihr frisches Kleid
und legte in die triftige Etüde
die Ungeduld nach einer Wirklichkeit,

die kommen konnte: morgen, heute abend -,
die vielleicht da war, die man nur verbarg;
und vor den Fenstern, hoch und alles habend,
empfand sie plötzlich den verwöhnten Park.

Da brach sie ab; schaute hinaus, verschränkte
die Hände; wünschte sich ein langes Buch -
und schob auf einmal den Jasmingeruch
erzürnt zurück. Sie fand, daß er sie kränkte. 

Rainer Maria Rilke